Meine Ratten
  Ratten nicht mit raus
 
"Oft liest man es in Gruppen/Foren oder sieht es auch auf Bildern, dass einige Halter ihre Zuckernasen mit raus nehmen. Ich unterstelle keinem dabei eine böse Absicht, jedoch gibt es einige Fakten, die dafür sprechen, dass unsere hübschen Farbratten draußen nichts zu suchen haben.

Die Argumentation sieht meist wie folgt aus:
"Sie mögen es aber draußen!"
"Sie kennen es gar nicht anders."
"Wilde Ratten leben ja nunmal auch draußen."
"Ich passe ja immer gut auf."
"Die Ratten müssen ja auch mal was erleben!"

Leider sind diese Argumente weit verbreitet und finden oft noch immer Anklang bei einigen Haltern, aber dennoch ist es für unsere Nasen nicht gut.

Warum?

Rudeltiere und Revierbewusstsein:
Ratten sind sehr soziale Tiere und fühlen sich im Schutz ihres Rudels wohl und sicher. Wie möchte man es also handhaben ein komplettes Rudel (bei manchen mehr als 5 Tiere) sicher im Freien zu händeln?
Egal wie zahm die Tiere sind, dies ist nicht möglich. Auch nur einen Teil mitnehmen ist absoluter Stress und auch eine kurzzeitige Trennung kann den Tieren starken Stress zufügen.
Dazu sind Ratten sehr revierbewusste Tiere. In ihrem Revier (Käfig und Auslaufbereich) fühlen sie sich wohl und sicher. Fremde Umgebungen, Gerüche, Geräusche etc. sind wie eine Flutwelle für diese kleinen Wesen.

Die Ratte, das Fluchttier:
Ratten sind neophobe Fluchttiere, welche immer abschätzen müssen, wann es an der Zeit ist sich ein sicheres Versteck zu suchen. Auch unsere Farbratten sind in dieser Hinsicht des Verhaltens nnoch gut auf ihre Wildform zurück zu führen. Jedoch ist die Fluchtdistanz bei ihnen geringer als bei der wildlebenden Form.
Wie soll eine ängstliche Ratte sich also schlagartig sicher verstecken können, wenn sie z.B auf der Schulter des Halters durch den Park getragen wird? Das Tier sitzt dort also unter totalem Stress.
Denn nicht weil das Tier ruhig dort oben sitzt ist es auch entspannt und findet es toll. Es ist eher wie eine Starre, ein Warten auf das was als nächstes passieren könnte, immer bereit ein Versteck zu suchen.

Der Tagesrhythmus:
Ratten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ein ständiges "am Tage wach halten" stellt einen Eingriff in den Biorhythmusses des Tiers dar und führt, ähnlich wie auch bei Hamstern, zu einer Minderung der Lebensqualität und der Lebenserwartung. Ratten schlafen am Tag und werden zwischendurch ab und zu wach um sich ihren Bedarf an Futter und Wasser abzuholen, dies sollte man nicht mit der aktiven Wachzeit verwechseln. Danach legen die Zuckernasen sich wieder hin und schlafen bis zur Dämmerung, erst dann werden sie aktiv ubd fordern ihren Spiel- und Tobebedarf ein.

Gefahren lauern auch dort, woo man sie nicht vermutet:
Die Ratten sind draußen außerdem auch anderen Gefahren ausgesetzt. Es gibt Dinge, welche sie sehr erschrecken können. Ein hupendes Auto kann schnell dafür sorgen, dass das Tier vom Körper/aus der Tasche springt und auf und davon ist. Selbst wenn das Tier sonst zahm ist, es ist und bleibt ein Fluchttier.
Auch Passanten können ein hohes Risiko für die Tiere darstellen. Viele Menschen haben Angst vor Ratten und Mäusen und sind mitunter zu fragwürdigen Handlungen bereit wenn sie ein solches Tier sehen.
Beispiel:
3 Punks stehen am Bahnhofsplatz und unterhalten sich angeregt. Einer der 3 Männer hat eine Ratte dabei, diese sitzt auf der Schulter. Eine Omi kommt vorbei, bemerkt das Tier, bekommt Anngst, nimmt ihren gehstock und schlägt zu. Die Ratte springt vom Körper und ist auf und davon, evtl. sogar noch verletzt.
(dies ist keine erfundene Geschichte, dies ist genau so passiert!)
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Auch Hunde können eine große Gefahr darstellen, genau wie Katzen und auch Greifvögel.

Gesundheit:
Leider sind unsere anfällig für Atemwegserkrankungen. Ein kleiner Windzug reicht aus und das Tierchen ist krank. Manchmal bemerkt man dies nicht mal sofort. Ein verschleppter Schnupfen kann dann auch sehr schnell mal zur fiesen Lungenentzündung werden und kann mitunter tödlich enden.
Dazu kommen die Ratten draußen mit ganz anderen Erregern in Berührung als in ihrem Zuhause.
Parasiten, Keime, Pilze, all dies sind Gefahren die wir als Mensch nicht sehen und wahrnehmen, und somit auch die Tiere nicht direkt schützen können wenn sie draußen mit rumlaufen/getragen werden.
Ratten haben lichtempfindliche Augen. Ein Schädigung tritt bereits bei einer Lichtstärke von 20.000 Lux ein, bei Albinos und anderen rotäugigen Ratten sogar schon bei 10.000 Lux. Ein Sonnentag erreicht aber locker mehr als 100.000 Lux und ist somit absolut schädlich.

Stress  macht krank:
Wie auch bei uns Menschen, kann Stress auch Tiere krank machen. Das sollte man nicht außer Acht lassen.
Also bitte denkt immer an die Tiere.

Ratten brauchen keinen Ausflug ins Freie. Was sie brauchen ist ein schönes, gesichertes Auslaufgebiet in der Wohnung mit viel Abwechslung und Beschäftigung.

Ratten verlassen das Haus nur in einer Transportbox bei einem Tierarztbesuch oder einem Umzug.
Bitte tut euren Ratten einen Gefallen und lasst sie zuhause.



(c) RattenJenny
 
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